Alles, was (Mieters)Recht ist

In diesem Sommer wird die Sense ausgepackt und alles platt gemacht, was die körperliche und seelische Unversehrtheit des deutschen Mieters gefährdet.

Rauchende Rentner fliegen aus ihrer Wohnung, weil sie Gerüche erzeugen, die anderen Hausbewohnern unerträgliche Qualen bereiten. Während der Fußball-Weltmeisterschaft wurde einer Familie aus Rudow durch Gerichtsbeschluss das laute Jubeln nach 22.00 Uhr verboten. Vorbei sind die Zeiten des trauten Heims, als der Mieter noch König in seiner Burg war. Inzwischen wird diese Burg durch die dunkle Macht der Nachbarschaft belagert. Vernunft und Toleranz im gegenseitigen Umgang haben an Bedeutung verloren, Rechtsschutzversicherungen machen den Weg vor Gericht zum Spaziergang. Dabei liegt die Lösung des Problems auf der Hand und, wie so oft, kommt dabei eine starke Hand ins Spiel. Denn es gibt die Verpflichtung des Vermieters, den störungsfreien Gebrauch der gemieteten Wohnung zu ermöglichen. Es kann doch nicht so schwer sein, von interessierten Wohnungsbewerbern neben der Schufa-Auskunft ein ärztliches Attest zur dauerhaften Nikotinabstinenz zu verlangen. Schwermütigen Interessenten ist immer Vorrang einzuräumen, da diese weniger oft jubeln. Alle anderen jubeln gemeinsam laut in den im Mietvertrag vorgegebenen Zeiten. Über die Rolle der Kinder im Mietrecht ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, viele bedeutende Menschen haben ihre Kindheit in Internaten verbracht. Und die Scheißfahrräder, die ständig den Hof verstopfen, werden ab morgen auf dem Tempelhofer Feld abgestellt!

 

Axel Hentschel

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