Fluchtgedanken

Es ist nicht zu übersehen, dass ein großer Teil der in diesem Land stattfindenden fremdenfeindlichen Straftaten unter dem Einfluss und der Mithilfe von Alkohol verübt werden. Nun bringt der Alkohol nichts hervor, was nicht schon vorher da war,

aber er senkt Hemmschwellen und erzeugt ein trügerisches Gefühl von Macht. In meiner Arbeit mit Suchtkranken werde ich von diesen oft mit Forderungen nach Gleichbehandlung und Chancengleichheit konfrontiert, mit der Angst, zu kurz zu kommen und der Weigerung, mit anderen zu teilen.

 

Einige Überlegungen dazu:

Bei rund 1,8 Millionen Alkoholabhängigen wendet Deutschland  jährlich 27 Milliarden für die Folgen des Trinkens auf. Die Kosten für Verpflegung, Betreuung und Unterbringung von etwa 800.000 Asylbewerbern werden auf 10 Milliarden Euro geschätzt. Bezahlbare Wohnungen sind nicht erst seit dem Anstieg der Flüchtlingszahlen knapp. Möglicherweise profitieren ja auch deutsche Geringverdiener von einem verstärkten Neubau von Wohnungen? Im Übrigen haben die meisten Suchtkranken eine Wohnung.

 

Mir persönlich ist kein Fall bekannt, in welchem ein gut ausgebildeter und ausreichend verdienender Suchtkranker seinen Job an einen Asylbewerber verloren hat. Vielleicht habe ich da was übersehen? Tausende freier Ausbildungsplätze in Deutschland. Ja wieso denn? Werden die uns jetzt weggenommen?

 

Unsere Kultur verträgt sich nicht mit kopftuchtragenden Nachbarn. Erinnert sich noch jemand an die vollgepisste Jogginghose von Rostock-Lichtenhagen?

 

Zum Thema Wirtschaftsflüchtlinge möchte ich anfragen, ob es sich bei den 200.000 Übersiedlern aus der DDR im Jahre 1989 tatsächlich und ausschließlich um politisch Verfolgte gehandelt hat oder ob sie einfach nur das Glück hatten, dass es noch einen deutschen Staat gab?

 

Wer meint, Asylsuchenden und Wirtschaftsflüchtlingen wird alles hinten reingeschoben, dem ist wahrscheinlich der eigene Hintern schon vor langer Zeit geplatzt.

 

Klar sollte man nicht alle Suchtkranken in einen Topf werfen. Aber warum dann alle Flüchtlinge?

 

Axel Hentschel

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Renate Ebert (Montag, 26 Oktober 2015 23:34)

    Wieder eine tolle Kolumne.
    Hoffentlich regt sie den einen oder anderen zum Nachdenken an.