Alles Vorsatz - oder?

Verpufft, alles verpufft! Dabei hatte ich ernsthaft vor, in diesem Jahr mein Leben zu optimieren. Ich fand diese Formulierung sehr schmissig, mal was anderes als die omahaften guten Vorsätze. Danach unterteilte ich mein Leben in einzelne Bereiche und klopfte diese auf ihre Optimierungswürdigkeit ab.

Es stellte sich heraus, dass ich glücklich verheiratet, moralisch integer, leistungsbereit und wohlhabend bin. Blieb also nur der Bereich Gesundheit. Seit gestern bin ich schwer verschnupft und habe gerade meinen letzten guten Vorsatz in die Tastatur geniest. Kaltes Duschen am Morgen gefährdet Ihre Gesundheit! Die Aktion mit den smoothies habe ich schon in der ersten Woche abgeblasen. Wer weiß, wie sich ein mit Bauschaum gefüllter Mund anfühlt, ahnt warum. Dabei sind mir ein paar wirklich schöne Farben gelungen, Konsistenz und Geschmack konnten allerdings nicht vollständig überzeugen. Aber ich hatte ja noch das neue Turnhemd von Weihnachten, hergestellt aus irgendeinem sauteuren Raumfahrtmaterial, welches mich zu regelmäßigen Besuchen im Fitnessstudio motivieren sollte. Außerdem haben sie dort 24 Stunden offen, sollte mir doch mal nachts um drei irgendwas an meiner Bauchmuskulatur auffallen. Glücklicherweise war ich nie zu dieser Geisterstunde dort, denn auch bei Tageslicht war es schlimm genug. Da gab es redebedürftige Frauen jenseits der Fünfzig, die zur Not auch mal mit der Hantelbank quatschen wenn kein anderer da ist. Halbirre Anabolikaopfer mit absurd dicken Armen tragen ihre Mobilfunkgeräte gut sichtbar von Gerät zu Gerät. Der Trainer ist mit dem Auffüllen des Getränkeautomaten komplett ausgelastet. Als mein Astrohemd dann auch noch nach Substanzen zu riechen begann, die es im Weltall gar nicht geben dürfte, bin ich nach Hause gefahren.

 

Axel Hentschel

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