Schnapszahlen

In diesem Jahr wird mein Geburtstag wieder einmal eine Schnapszahl hervorbringen. Erste Zahl gleich zweite Zahl, rum wie num. Man sagt Schnapszahl, weil nach ausreichendem  Alkoholkonsum  doppeltes Sehen auftreten kann. Auch in nüchternem Zustand lassen sich Schnapszahlen erzeugen ...

zum Beispiel an der Kasse in der Kaufhalle, was meistens zu lustigen Geplänkeln mit der Kassiererin führt.

Seinen ersten Schnapszahlgeburtstag  erlebt man in seiner Kindheit, hat aber meistens keine ausgeprägten Erinnerungen an diesen. Ich weiß nur noch, dass die Mädchen auf meiner Feier doppelt so groß wie ich waren. Am  zweiten Geburtstag dieser Art befand  sich der Jubilar in früheren Zeiten regelmäßig in den Anfängen seines Berufslebens. Heute dürfen sie in der großen Pause offiziell rauchen. Der 33. ist der letzte, der noch mit Hoffnungen und Wünschen das Leben betreffend verbunden ist. Allerdings muss es jetzt ganz schnell gehen, das Leben beginnt bereits nach einem zu schnappen und bald schlägt die Tür mit der großen 40 hinter einem zu. Danach kann es nur noch darum gehen irgendwie  durchzukommen. 44 oder 55, egal, nur noch durchhalten. Die Wirtschaft hat sich darauf eingestellt. Nicht ganz zufällig werde ich zeitnah zu meinem Ehrentag zu einer Veranstaltung mit dem Titel „Alt aussehen im Betrieb“ eingeladen. Dort werde ich alles über altersgerechten Stockkampf in der Ergotherapie erfahren. Das ultimative Lied zu meiner nächsten Lebensschnapszahl wurde schon vor Jahren geschrieben. Das werde ich dann im Kreis der Gratulanten anstimmen, selbstverständlich werde ich an diesem Tag einen weißen Bademantel tragen. 

 

Axel Hentschel

 

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